Sennen-Design

Ein englisches Wort zusammen mit dem Begriff des Sennen zu gebrauchen ist etwas gewagt. Doch es deutet recht genau an, wohin ich mein Handwerk entwickeln möchte. Seine Grundlagen liegen zwar eindeutig in der Tradition. Wenn ich für die Sennen etwas herstellen darf, dann muss es genau so sein, wie’s eben immer war.

Die Appenzeller Volkskultur ist etwas Einmaliges, Spezielles. Diese Eigenschaften möchte ich weiter entwickeln. In der traditionellen Herstellungsweise, aber auch mit neuen Formen, Inhalten, Materialien; das Traditionelle mit neuen Ideen kreativ verbinden. Da hat mir ein Einheimischer eine einzelne wunderschöne, sehr alte Schellenriemen-Schlaufe gebracht. Daraus habe ich ihm dann ein Unikat einer Schnalle eines sonst schlichten Hosengurts gemacht. Emil vom Restaurant Eggli brachte mir natürlich gegerbtes, ungefärbtes Leder seiner eigenen schottischen Hochlandrinder vorbei. Es ist dicker als das normale Leder und äusserst fein gemasert. Beim Tragen wird es unregelmässig dunkler, es lebt. Dieses nur begrenzt erhältliche Leder ist bei meinen Kunden äusserst beliebt geworden.

Somit wäre ich beim Chueligurt. Der ist ja auch nicht Bestandteil der Sennentracht, er ist erst nach den 1930er Jahren populär geworden. Warum aber nicht auch Gürtel mit anderen gleich gearbeiteten, also ausgestanzten oder ausgesägten und ziselierten Figürchen herstellen, aber für Fischer, Jäger, Golfer oder gar Harley-Fahrer. Auch ein Firmenlogo macht sich als Gurtschnalle gut! Ich hab’s sowieso mit den Gurtschnallen. Sie sind mir während meines Amerikaaufenthalts lieb geworden. Inzwischen habe ich zum Beispiel aus kleinen Stücken von Armierungseisen patinierte „Buckles“ gemacht.

Das Sennen-Design führte mich auch zu neuen Materialien. Vom „Mösch“ (Messing) der ziselierten Platten auf Schellenriemen und Hosenträgern, vom Neusilber auf den Chueligürteln hin zum echten Silber, zum vergoldeten Silber und gar zum 18 Karat Gold. Vor allem im echten Silber arbeite ich sehr gerne. Auch wenn ich die gestanzten Figürchen auf allen Chueligurten von Hand und nach individuellen Wünschen von Hand appliziere ist es doch noch ein grosser Schritt hin zu einem Gurt, für den ich jede Figur aus Silberplatten einzeln aussäge und ziseliere. Oder eine Gurtschnalle aus Silber giesse. Durch edlere Materialien wird auch ein Armreif für die Dame exklusiver, eleganter.

Vom Grossvater, dem klassischen Sennensattler, habe ich das Handwerk gelernt, von ihm auch die Leidenschaft dafür geerbt. Ob ich nun einen traditionellen sennischen Schmuckgegenstand herstelle oder aber eine moderne Interpretation davon, immer möchte ich es mit dem Herzblut des traditionellen Gürtlers tun. Das Althergebrachte erhalten und pflegen, das Neue, Moderne wagen und gestalten. Design vom Sennensattler eben.

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