Sennensattler

Die Tracht der Sennen ist ein Markenzeichen für das Appenzellerland wie sein würziger Käse, sein prägnanter Dialekt, sein verschmitzter Humor und seine lüpfige Musik. Ein Blick auf sie genügt und man weiss: ein Appenzeller!

Die Appenzeller Männertracht zeichnet sich nicht nur durch die frohe Farbigkeit ihrer Stoffe aus, sondern vor allem auch durch ihren reichen Schmuck von der Schuhschnalle über die Uhrenkette, die glänzenden Beschläge auf den breiten Hosenträgern, die Ohr-Schuefe bis hin zu den Verzierungen auf dem Lindauerli, der typischen, mit dem Kopf nach unten getragenen und deshalb mit einem Deckel versehenen Appenzeller Tabakspfeife. Für alles Lederne an der Tracht, das mit ziseliertem Messing verziert ist und auch für die goldenen Ohr-Schuefe und die silbernen Schuhschnallen zeichnet der Sennensattler verantwortlich. Und natürlich auch für die verzierten Ledergegenstände an den Tieren wie Halfter und Halsbänder, allem voran die prächtigen Riemen der Schellenkühe.

 

Die Sennensattlerei hat in Appenzell Innerrhoden wie im Toggenburg und in Ausserrhoden eine lange Tradition. Bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts haben Bauern und Sattler begonnen, ziselierten Messingschmuck auf Lederartikel aufzutragen, die für die Kühe und andere Haustiere der Sennenkultur gebraucht wurden. Zu jener Zeit war der Messingschmuck meistens durchbrochen, das heisst, die einzelnen Teile der Darstellung wurden durch das Aussägen der Zwischenräume hervorgehoben. Oft legte man dabei farbiges Pergament unter das Metall, um die Messingarbeiten so noch prägnanter zu machen. Die frühesten bekannten Arbeiten der damals neuen Sennensattlerkunst sind ziselierte Stirnplatten von Saumpferdgeschirren. Die Ornamente und die figürlichen Darstellungen gaben und geben noch heute Szenen aus dem Alltag der Sennen wieder. Die Alpfahrt nimmt dabei eine zentrale Stellung ein. Hauptsächliche Objekte des traditionellen Sennensattlers sind Senntumschellenriemen, Fahrschellenriemen, Weidschellenriemen, Geissschellenriemen, Saumpferdgeschirre, Stieren- und Ochsenhalfter, Hundehalsbänder, Hosenträger, Trachtenschuhe und Tabakbeutel. Die Handwerkskunst der Sennensattler ist ein wichtiger Bestandteil der althergebrachten und noch heute intensiv gepflegten Volkskunst der beiden Appenzeller Halbkantone und des Toggenburgs.

In meinem Büdeli biete ich sämtliche hier genannten Artikel aus eigener Produktion an. Daneben sind auch einige wertvolle unverkäufliche historische Exponate zu sehen. Wer sich also auf engstem Raum einen Überblick über das Arbeiten und die Produkte eines traditionellen Sennensattlers in der heutigen Zeit verschaffen möchte, dem steht meine Werkstatttüre während der publizierten Öffnungszeiten gerne offen.

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